Freie Architektin und Bausachverständige Anne-Kathrin Gross
Sachverständige für Bautenschutz / Bausanierung ▪ Schäden an Gebäuden ▪ Holzschutz 
Fachplaner für Bauwerksinstandsetzung nach WTA ▪ Baumediatorin
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Fassadendämmung

Wärmedämmverbundsystem - WDVS

Ist ein außenseitiges Fassadendämmsystem bestehend aus Dämmplatten und einem bewehrten Putzsystem, welches nach europäischen und/oder nationalen Vorschriften bauaufsichtlich geregelt ist. Dies kann durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung oder als Zustimmung im Einzelfall erfolgen. Das bedeutet die Verwendung immer als System und keine Verwendung von Einzelkomponenten verschiedener Systeme oder Hersteller.

Systemaufbau eines geklebten WDVS

Konstruktionsarten WDVS

  • Geklebte Polystyrol-Systeme
  • Geklebte und gedübelte Mineralfaser-Dämmplatten
  • Geklebte Mineralfaserlamellen
  • WDVS mit Schienenbefestigung
  • Sonderkonstruktionen wie Putzträgerverbundplatten, hinterlüftete Systeme, mit keramischer Bekleidung

Bautechnische Anforderungen an WDVS

  • Feuchte- und Witterungsschutz
  • Wärmeschutz des Gebäudes
  • Schallschutz
  • Brandschutz
  • Langzeitbeständigkeit
  • Rissüberbrückungsfähigkeit

Durch die Vielfalt der Konstruktionssysteme, der Vorgaben der Systemverarbeitung und Detail- und Schnittstellenkoordination können vielfältige Mängel und Schäden entstehen.

Häufige Schadensursachen

  • Untergrundhaftung ist mangelhaft oder Untergrund zu nass
  • Mangelhafte Verarbeitung des Klebers, Fehler beim Kleben der Dämmplatten
  • Mangelhafte Verarbeitung der Dämmplatten: Kreuzfugen, offene Stoßfugen, Höhenversatz der Platten, UV-Schädigungen
  • Verwendung ungeeigneter/nicht zugelassener Dübel
  • Unterputz mit mangelhafter Stoßüberlappung des Gewebes, keine Diagonalarmierung, Falten im Gewebe oder zu wenig Putzüberdeckung
  • Verarbeitungsfehler beim Deckputz durch fehlenden Voranstrich/Grundierung
  • Verarbeitungsmängel bei keramischen Belägen im Unterputz und Ansetzmörtel, im Fugenmörtel, Nichtbeachtung von Dehnungsfugen etc.

Häufige Schadensbilder

  • Rissbildungen im Putz ausgehend von den Fensterecken und seitlich an Fensterbänken
  • Putzschäden an Blechanschlüssen des Daches als Verfärbungen und partielle Putzablösungen
  • Abplatzungen von Farbe oder Deckputz im Sockelbereich
  • Mechanische Beschädigungen der Fassade
  • Putzschäden an Durchdringungen und Befestigungspunkten in der Fassade

Was tun, wenn ein Schaden auftritt?

Häufig sind es die sichtbaren Schäden am Deckputz, die Besorgnis über die Funktionstauglichkeit im Widerstand gegen die Witterung erregen oder das optische Erscheinungsbild beeinträchtigen.

An Hand der zuvor in ihrer Vielfalt genannten Konstruktionsarten und Schadensursachen wird erkennbar, dass oft mehrere Parameter des Systems bei der Schadensentstehung zusammenwirken können.

Zusätzlich wirken sich Fehler bei den Anschlüssen des Systems zu anderen Bauteilen aus, wie z.B. bei Fensteranschlüssen, Fensterbänken, Eingangsstufen, Vordächern, Anschlüssen an Holzkonstruktionen und anderen. Die Schadensursachen können im Bereich sichtbarer Anschlüsse liegen, jedoch auch in der Verarbeitung der einzelnen Schichten des Dämmsystems begründet sein.

Deshalb ist es ratsam, sich fachkompetenten Rat einzuholen. Je nach Beurteilung des Schadensbildes muss mit Fachwissen entschieden werden, ob Konstruktionsbereiche zur Ursachenfeststellung geöffnet werden müssen und wie eine Sanierung erfolgen kann.

Fugenbreite zwischen den Dämmplatten zu groß
Armierungsgewebe nicht im Unterputz eingebettet
Verwendung von 3 verschiedenen Schaumsorten (keine Systemverarbeitung eines Herstellers)
Plattenklebung mangelhaft, Kreuzfuge am Fenster
Schadensbild Putzrisse an der Fensterecke
Putzanschluss an Dachkonstruktion mit offener Fuge (Schäden bei Bewitterung)
Geländer bindet halb in den Putz ein: kein fachgerechter Anschluss