Freie Architektin und Bausachverständige Anne-Kathrin Gross
Sachverständige für Bautenschutz / Bausanierung ▪ Schäden an Gebäuden ▪ Holzschutz 
Fachplaner für Bauwerksinstandsetzung nach WTA ▪ Baumediatorin
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Erfassung von Konstruktionen

Die Bauaufnahme von Konstruktionen kann als Raumbuch in textlicher Form, als Bauzeichnung oder Skizze oder in bildlicher Form als Fotodokumentation zur Darstellung des Ist-Zustandes erfolgen.

Bauaufmaße

Bauaufmaße können traditionell mit Zollstock, Messlatte, Bandmaß und Wasserwaage erfolgen. Jedoch sind diese traditionellen Messmethoden bei größeren Bauaufnahmen sehr zeitaufwändig und durch geeignete Technik ersetzbar.

Elektronische Längen- und Winkelmessgeräte

Verwendet werden Laserdistanzmessgeräte, bei denen die Reflektionszeit eines Lichtimpulses von der Aussendung bis zum Empfang an der Quelle gemessen wird. Sie ermöglichen Messungen innerhalb extrem kurzer Zeiten. Diese Messungen können in Verbindung mit spezieller Aufmaßsoftware eingelesen werden und in CAD-Zeichnungen verarbeitet werden.

Laserscanner 3D

Das Ergebnis des 3D Laserscannens ist ein räumliches Modell von Messpunkten, denen Raumkoordinaten zugeordnet sind. Diese Raumkoordinaten können für die Verwendung als CAD-Pläne wie Grundriss, Schnitte, Ansichten und Deformationsanalysen verwendet werden.

Besondere Bedeutung haben diese Bauaufnahmen im historischen Gebäudebestand zur Bauaufnahme von

  • Schiefwinkligen Gebäuden
  • Gekrümmten Gebäudeflächen oder Konstruktionselementen
  • Fachwerkkonstruktionen
  • Fassaden mit Stuck- und Zierelementen

Zur Ausführung dieser Messungen arbeitet unser Büro mit kompetenten Partnern zusammen.

Bestandszeichnungen

Die Ergebnisse des Bauaufmaßes werden in Bestandszeichnungen verarbeitet. Je nach Verwendungszweck ist die Informationsdichte I oder II bei Bestandszeichnungen nach DIN 1356 festzulegen. Dabei ist bei erhöhten Anforderungen der Informationsdichte II ein verformungsgetreues Aufmaß zu erstellen. Die DIN-Norm regelt die zeichnerischen Darstellungen, die textlichen Inhalte, Zeichnungsinhalte und Bemaßungen bei Bauzeichnungen sowie die besonderen Anforderungen an grafische Darstellungen von Bauschäden.

Fotodokumentation

Fotografie/Videoaufnahmen

Bilddokumentationen werden im Bauwesen zur Zustandsfeststellung verwendet. Diese Dokumentationen können maßstabslos erfolgen oder unter Verwendung von Messlinealen. Die Bildaufnahmen können Dokumentationen von Messungen bei der Schadensfeststellung sein und Verwendung in Gutachten finden. Bei der Bestandsaufnahme von Gebäuden und Immobiliendarstellungen sind sie wichtige Hilfsmittel.

Anwendung von Zustandsfeststellungen:

  • Bestandserfassungen
  • Während der Baumaßnahme zur Dokumentation
  • Dokumentation von Mängeln und Schäden
  • Darstellung fertiger Leistungen
Luftaufnahmen mit Drohnen (Hexakopter)

Eine Alternative für Untersuchungen schwer zugänglicher Bereiche wie z.B. Fassaden oder Dächern von Gebäuden zu herkömmlicher Untersuchung mit Hubsteigern oder Fassadengerüsten ist der Einsatz von Drohnen. Diese können wahlweise mit Video-, Kamera- oder Thermografiegeräten bestückt werden und Luftaufnahmen liefern. Anwendungsmöglichkeiten sind:

  • Immobilienpräsentation
  • Fotografische Dokumentation nicht zugänglicher Bereiche
  • Technische Inspektionen
  • Schadensbegutachtungen
  • Vermessungsleistungen

Maßtoleranzen

Die DIN 18202 beinhaltet die Grundlagen für zulässige Toleranzen im Hochbau und deren Prüfung. Auf Grund der Vielfalt der unterschiedlichen Bauaufgaben bedeuten diese Vorgaben keine Einzelfallregelungen und stellen eine Rahmenbedingung für die handwerkliche Sorgfalt dar. Besondere Anforderungen sind objektspezifisch für jedes Objekt festzulegen.

Die Vorgaben der Maßtoleranzen beinhalten nicht:

  • Formänderungen durch Quellen und Schwinden
  • Formänderungen durch Temperatureinflüsse
  • Formänderungen durch temporäre und dauerhafte Lasten (Kriechen) wie z.B. durch Verkehrslasten, Eigenlasten, Schnee- oder Windlasten

Das Maß für zulässige Abweichungen wird definiert für:

  • Maßabweichungen vom Nennmaß (Theoretisch gewolltes Maß)
  • Ebenheitsabweichungen (Istabweichung einer Fläche von der Ebene)
  • Winkelabweichung
  • Fluchtabweichung

Anwendung finden die Maßtoleranzen sehr häufig bei Maßabweichungen von Baukonstruktionen wie Längenmaßen oder Öffnungsgrößen.

Ebenheitstoleranzen spielen eine wesentliche Rolle bei Untergründen für weitere Konstruktionsschichten und Anforderungen an Ebenheiten von Oberflächen. Insbesondere sind hier die Flächen von Wänden, Decken und Fußböden zu nennen.

So können zum Beispiel Verwölbungen von Estrichplatten nach den Vorgaben für Ebenheitstoleranzen bewertet werden.


Für Konstruktionen können zur Bauausführung erhöhte Anforderungen vertraglich vereinbart werden. Diese erhöhten Anforderungen bedeuten zumeist einen erhöhten Aufwand und sind mit entsprechenden Kosten verbunden.

Besondere Vereinbarungen stellen z.B. die Qualitätsstufen Q1 – Q4 bei der Verarbeitung von Gipsplatten für Trockenbaukonstruktionen für die Verspachtelungsgüten dar:

Qualitätsstufe 1:

  • das Füllen der Stoßfugen zwischen den Gipsplatten und
  • das Überziehen der sichtbaren Teile der Befestigungsmittel

Qualitätsstufe 2:

  • die Grundverspachtelung (Q1)
  • das Nachspachteln (Feinspachteln, Finish) bis zum Erreichen eines stufenlosen Übergangs zur Plattenoberfläche

Qualitätsstufe 3:

  • die Standardverspachtelung (Q2) mit
  • einem breiteren Ausspachteln der Fugen, sowie ein scharfes Abziehen der restlichen Kartonoberfläche zum Porenverschluss mit Spachtelmaterial

Qualitätsstufe 4:

  • die Standardverspachtelung Q2 und
  • breites Ausspachteln der Fugen sowie ein vollflächiges Überziehen und Glätten der gesamten Oberfläche mit einem dafür geeigneten Material (Schichtdicke größer 1 mm)

In Verbindung mit der Qualitätsstufe 3 sollten stets erhöhte Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202, Merkblatt MB 3 "Putzoberflächen im Innenbereich" (Bundesverband der Gipsindustrie e.V. / Bundesverband Ausbau und Fassade) vertraglich vereinbart werden. Bei Ausschreibung der Qualitätsstufe 4 müssen erhöhte Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202 vertraglich vereinbart werden.

Systemskizze Deckenbalkenersatz unter einer Dachgaube
Bestandszeichnung zur Kartierung von Holzschäden und Erfassung der Konstruktion